Die Aktienindizes haben im 2009 erheb­lich zuge­legt, wobei bis­her wahr­schein­lich nur weni­ge Indizes die Verluste von 2008 weg­ma­chen konn­te, wie bei­spiels­wei­se der Ibovespa (Brasilien).

Index Punktestand 31.12.2009 Punktestand 31.12.2008 2009 Performance 2009 Jahrestief Performance seit 2009 Jahrestief
S&P 500 1115.1 903.25 23.45% 666.79 67.23%
Dow Jones 10428.05 8776.39 18.82% 6470.11 61.17%
NASDAQ 2269.15 1577.03 43.89% 1265.62 79.29%
DJStoxx 600 253.16 196.9 28.57% 157.97 60.26%
DAX 5997.43 4810.2 24.68% 3588.89 67.11%
SMI 6545.91 5534.53 18.27% 4234.96 54.57%
SPI 5626.4 4567.57 23.18% 3569.83 57.61%

Ein vor­sich­ti­ger Anleger der anfangs 2009 ein Portfolio mit 30% Aktien hielt, konn­te ohne eine Transaktion mehr als 6% ein­fah­ren. Der pas­si­ve Anleger mit dem typi­schen Aktien/Anleihen Portfolio konn­te im 2009 nur gewin­nen!

Aktienexperten und ihre Prognosen

Ich habe in der fol­gen­den Tabelle die Prognosen der Punktestände für den SMI zusam­men­ge­tra­gen. Prognose Punktestand SMI für Ende 2009:

Finanzinstitut 23.12.2008 15.03.2009 1.07.2009 27.09.2009
Clariden Leu 6500 4750–4950 5600–5800
Julius Bär 6300 5500 5600 6200
Pictet & Cie 5500 5500 5400 (+/- 10%)
Vontobel Research 6700   5500–6000 6350
ZKB 5700 5700
SMI real 5400 4727 5473 6237

Während am 23.12.2008 die Prognosen für den SMI mit der Ausnahme von Picet & Cie gut waren. Wurden die Prognosen von den Aktienexperten im März 2009 sehr stark nach unten revi­diert, dabei wird ersicht­lich, dass der Punktestand des Prognosedatums die Voraussage erheb­lich beein­flusst.

Einer Clariden Leu wür­de ich mein Geldvermögen nie zur Verwaltung anver­trau­en, es ist tra­gisch wie sie ihre Prognosen im März nach unten kor­ri­giert haben. Einige Finanzinstitute moch­ten im September schon gar kei­ne Prognose mehr abge­ben — eine spä­te Einsicht.

Es ist ein­mal mehr der Beweis, dass es mit den Prognosen nicht funk­tio­niert, die­se so genann­ten Aktienexperten sind nichts ande­res als Scharlatane. Leider sind sie unbe­lehr­bar und geben auch für das Jahr 2010 ihre Prognosen ab, sie­he “Prognosen der Börsenprofis und mei­ne für 2010″. Andererseits ver­lan­gen die Anleger, Medien usw. nach sol­chen Prognosen. Der Anleger sucht in die­sen Mutmassungen nach Bestätigung sei­ner eige­nen Prognosen. Die Aktienexperten könn­ten also sagen: “Der Anleger will mit Prognosen belo­gen wer­den und wir lie­fern sie, was soll dar­an falsch sein?”.

Es ist schon erstaun­lich, mit wel­cher Arroganz die Finanzinstitute am Markt ihre unse­riö­sen Prognosen ver­brei­ten, in der Hoffnung, dass ihre Fehlprognosen schnell wie­der ver­ges­sen gehen. Die Finanzmarktaufsicht müss­te die­se Institute zwin­gen ihre Prognosen und deren his­to­ri­schen Abweichungen in ihren Internetportalen zu ver­öf­fent­li­che, damit wür­de wahr­schein­lich das Übel der mehr­mo­na­ti­gen Aktienindizes Prognosen sehr schnell aus­ster­ben.
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Punktestände per 3.10.2009

Die Aktienkurse eini­ger aus­ge­wähl­ten Indizes haben noch­mals in den letz­ten 3 Monaten zir­ka 20% zuge­legt.

Index Punktestand 3.10.2009 Seit Jahresbeginn (YTD) Jahrestief Datum Jahrestief Punkte Seit Jahrestief
S&P 500 1025.21 13.50% 6.03.2009 666.79 53.75%
NASDAQ 2048.11 29.87% 9.03.2009 1265.62 61.82%
Dow Jones 9487.67 8.10% 6.03.2009 6470.11 46.64%
Dax 30 5467.90 13.67% 9.03.2009 3588.89 52.36%
SMI 6150.17 11.12% 9.03.2009 4234.96 45.22%
SPI 5308.94 16.23% 9.03.2009 3569.83 48.69%

Ich bin doch sehr erstaunt über die­sen noch­ma­li­gen Aktienkursanstieg.

Prognosen der Aktienstrategen

In der let­zen Zeit habe ich nur weni­ge Prognosen der Aktienstrategen zusam­men getra­gen, mein Blog hat glaub­lich nun zu genü­ge gezeigt, dass die­se Prognosen der Profis nicht viel tau­gen.

16–22. September 2009, Handelszeitung Nr. 38 “Hausse hängt an dünnen Faden”

  • Christoph Riniker, Aktienstratege, Julius Bär: Er ver­gleicht den Zugewinn in die­sem Jahr mit den US-Indizesanstiegen in den Jahren 1974 und 1982. Nach dem Debakel um die Investmentbank Lehman Brothers kennt der Optimismus der Anleger kei­ne Grenzen. Die Stimmung sei noch höher als auf der Höhe der Dotcom-Blase, dies ver­heisst wenig Gutes für die Märkte.
  • Jörg Zeugner, Chefökonom, VP Bank: Im 3. Quartal wer­den von den Firmen viel erwar­tet. Die Bilanzzahlen soll­ten gegen­über dem letz­ten Jahresviertel noch­mals zu legen. Firmengewinne sind für Aktienpapiere drin­gend nötig, ist doch ihre Bewertung wegen der Hausse schon deut­lich über den lang­jäh­ri­gen Durchschnitt.
Bank Kursprognose bis Jahresende SMI-Stand Jahresende Aktien-Tipps
Credit Suisse Kurzzeitige Konsolidierung nicht aus­ge­schlos­sen 6400* Georg Fischer, Dufry
Julius Bär Konsolidierung 6200 Geberit, Swatch
UBS Moderater Rückgang k.A. Nestlé, SGS
Vontobel Keine Korrektur 6400 Tecan, Bucher
VP Bank Korrektur mög­lich, kei­ne dau­er­haf­ter Einschnitt 6500 Kühne+Nagel, Syngenta**

* 12-Monatskursziel, per 21.8.2009
** Mittelfristig Outperformance gegen­über Sektor

27.09.2009: Sonntagszeitung “Die SMI-Party geht weiter”

sz_prognose200904

Die meis­ten von der Sonntagszeitung befrag­ten Analysten geben sich opti­mis­tisch. Stellvertretend für die Mehrheit der posi­tiv gestimm­ten Marktbeobachter gibt sich Philipp Bärtschi, Chefstratege der Bank Sarasin: “Die glo­ba­le Wirtschaft ist wie­der am Wachsen und alle Makrodaten deu­ten dar­auf hin, dass sich der Aufschwung an den Börsen fort­setzt”. Er sieht den SMI bis zum Jahresende bei 6700 Punkten.

Mein Portfolio

portfolio20091003

Die Jahresperformance im Jahre 2009 mei­nes Portfolios hat sich in den letz­ten 3 Monaten kaum ver­än­dert, ich habe daher kaum von der Aktienrally pro­fi­tiert. Wäre ich mei­ner ursprüng­li­chen Strategie treu geblie­ben, so hät­te ich doch eini­ge Prozente mehr an posi­ti­ver Rendite ein­fah­ren kön­nen. Da ich aber seit anfangs 2008 eine posi­ti­ve Rendite auf­wei­se, stört mich die bis­he­ri­ge gerin­ge Rendite des 2009 nicht beson­ders. Die Börse hat mich daher auch noch kein Lehrgeld gekos­tet, obwohl ich viel gelernt habe, zudem ist es müs­sig, über ent­gan­ge­ne Gewinne zu lamen­tie­ren. Inzwischen habe ich noch eine exak­te­re Vorstellung eines für mich “idea­len” Portfolios. Zudem wer­de ich mei­ne Strategie/n in ein quan­ti­ta­ti­ves System umsetz­ten, in eini­gen Monaten wird dann hof­fent­lich die­ses imple­men­tier­te System die Kauf- und Verkaufsentscheidungen in mei­nem Portfolio tref­fen. Als Informatiker ist es viel span­nen­der, ein Handelssystem oder Ähnliches zu pro­gram­mie­ren, wel­ches einem die läs­ti­ge Arbeit der Marktbeobachtung abnimmt, als sei­ne Zeit mit dem aktu­el­len Börsengeschehen zu ver­geu­den.

Mein Anlagehorizont ist meh­re­re Jahre, daher wird die­ses System dar­auf opti­miert sein, nur weni­ge Verkauf- bzw. Kaufsignale zu lie­fern. Damit ist alles ande­re als ein Daytradinghandelssystem und ich “spie­le” nicht gegen die Monstercomputer der Hedgefonds oder gewis­ser Banken mit ihren aus­ge­klü­gel­ten Algorithmen erschaf­fen von Mathematikern, Physikern und Informatiker. Gegen die­se mate­ri­el­le und intel­lek­tu­el­le Übermacht wird jeder Daytrader frü­her oder spä­ter zum Verlierer.

Transaktionen

In den letz­ten drei Monaten habe ich mei­ne Aktienpositionen sowohl long wie auch short redu­ziert. Der gröss­te Teil der Euros wur­den in einen Lyxor ETF EuroMTS Inflation Linked (FR0010174292) inves­tiert, wobei der Anleihenanteil noch immer aus 2/3 Firmenanleihen besteht.

Fremdwährungen

waehrungen20091003

Währungspaar Mittelkurs am 2.10.2009
EUR/CHF 1.5078
GBP/CHF 1.6499
USD/CHF 1.0352

Jegliche Rendite auf Anleihen oder auch Aktien wur­den durch die Fremdwährungsverluste kom­pen­siert. Mein Portfolio reagiert sehr stark auf Währungsschwankungen. Mit dem Verkauf der GBP habe ich nahe­zu einen Verlust von 28% ein­ge­fah­ren. In den letz­ten 3 Monaten hat der USD über 5% abge­ge­ben, dies macht sich natür­lich sofort in mei­nem Portfolio bemerk­bar.

Meine Prognose

Wachstum?

Am Aktienmarkt scheint es so, als ob der die gröss­te Kreditblase der Weltgeschichte nie statt­ge­fun­den hät­te, obwohl bei den Banken das Kreditvolumen an den Privatsektor geschrumpft ist. Ein Anstieg der pri­va­ten Nachfrage kommt durch stei­gen­de Saläre oder höhe­re Verschuldung bzw. tie­fe­re Sparquoten zu Stande, zur­zeit ist kei­ne die­ser Bedienungen erfüllt, woher kommt das Wachstum?

Aktien teuer?

Den Aktienmarkt hal­te ich für eher teu­er, gemäss “Is the Stock Market Cheap?” von dshort liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 19.1 für den S&P 500 oder gar bei 137.3. Wobei das durch­schnitt­li­che KGV von fast 137.3 auf den berei­nig­ten Nettogewinn auf den ver­gan­ge­nen vier Quartalen berech­net wird. Nach star­ken Konjunkturwenden kann die­se Berechnung des KGV zu wenig sinn­vol­len Werten füh­ren. Es gibt noch das “Shiller-KGV” (P/E10), benannt nach Robert Shiller, die­ses basiert auf den durch­schnitt­li­chen Gewinn der letz­ten 10 Jahre. Dabei liegt die­ses KGV bei 19.1 bei einem läng­jäh­ri­gen Mittelwert von 16.3. Am 7.10.2009 wird Alcoa Inc. als Erste des Dow Jones Industrial sei­ne 3Q Unternehmenszahlen 2009 bekannt geben. Die Gewinne des 3Q müs­sen um mehr als 15% stei­gen damit dies gemäss P/E10 wie­der “fair” bewer­tet sind, andern­falls müss­ten die Aktienkurse ent­spre­chend sin­ken.

Analysten haben nochmals tiefgestapelt

Die Konsensusschätzung für das drit­te Quartal 2009 in den USA liegt der­zeit noch 7% unter dem im zwei­ten Quartal rea­li­sier­ten Gewinnen. Diese nicht gera­de hohen Gewinnerwartungen könn­ten die Unternehmen durch­aus noch­mals mehr­heit­lich über­tref­fen. Zudem war der USD im 3Q ziem­lich schwach, was sich posi­tiv in den Bilanzen der US-Unternehmen nie­der­schla­gen soll­te. Die Aktienkurse kön­nen durch­aus noch­mals stei­gen, auf Grund der bes­ser als erwar­te­ten Resultate.

Weitere Einschätzungen sie­he, “Hohe Erwartungen an zu tie­fe Erwartungen” der NZZ Online vom 7.10.2009.

Die Wirtschaft ist wie ein Supertanker, sie bewegt sich trä­ge in der ein­ge­schla­ge­nen Richtung, auch wenn das Steuer her­um­ge­ris­sen wur­de, viel­leicht ist es dann noch immer auf dem fal­schen Kurs oder erst recht.

Viele Anleger beur­tei­len die Konjunkturentwicklung anhand ihrer Wetten auf den Aktienkursen. Gestern hin­auf –> der Wirtschaft wird es bes­ser gehen. Heute hin­ab –> der Wirtschaft wird es noch lan­ge schlecht gehen. Es ist gefähr­lich, das zukünf­ti­ge Wirtschaftswachstum auf Grund der Wertveränderungen des eige­nen Portfolios zu beur­tei­len. An den Börsen hat sich die Stimmung sehr auf­ge­hellt, bleibt nur die Frage ob die­se Hoffnungen auch von der Wirtschaft erfüllt wird.

Konjunkturaussichten

3.–16.7.2009 (14/2009) stocks: “Ich halte die Inflationsgefahr führ sehr gering”

Wann ist die Talsohle erreicht?
Antwort von Jan-Egbert Sturm, KOF ETH Zürich:

Das soll­te Mitte des nächs­ten Jahres der Fall sein, in Europa wahr­schein­lich Ende die­ses Jahres. Und in den USA rech­nen wir ab dem drit­ten Quartal 2009 mit einem stei­gen­den Wirtschafts-Output.

Apropos Kaufkraft: Wie ent­wi­ckelt sich die Inflation in der Schweiz?

In die­sem Jahr sehen wir einen Preisrückgang von 0.6%, im nächs­ten Jahr einen Anstieg um 0.7%, bei sta­gnie­ren­den oder teil­wei­se gar sin­ken­den Löhnen.

3.–16.7.2009 (14/2009) stocks: “Mit Zuversicht in die zweite Halbzeit”

  • James W. Paulsen, Chefökonom, Wells Capital Management: Er ist über­zeugt, dass die US-Wirtschaft im drit­ten und vier­ten Quartal wie­der Zeichen der Gesundung zei­gen wird.
  • Malhotra, Clariden Leu: Er erwar­tet im Schlussquartal 2009 oder spä­tes­tens im ers­ten Quartal 2010 eine wirt­schaft­li­che Erholung.

3.07.2009: Cash, “Die US-Rezession ist vorbei”

Für Thomas Herrmann, Ökonom der Credit Suisse mit Schwerpunkt USA, ist die US-Rezession vor­bei. Deshalb sieht er die Aktienmärkte gut unter­stützt.

Börse

Aus der fol­gen­den Tabelle ist ersicht­lich, dass sich die Kurse seit Jahresbeginn nur unwe­sent­lich ver­än­dert haben. Die letz­ten 3 Spalten zei­gen etwas Erstaunliches, um dem 9.03.2009 gab es neue Punktetiefs, seit die­sem Datum haben die meis­ten Indizes 30% oder mehr zuge­legt.

Ich kann nur hof­fen, dass die Anleger nicht etwa ihre Aktien anfangs März ver­kauft haben und im Juni wie­der ein­ge­stie­gen sind, andern­falls haben sie im ers­ten Halbjahr 2009 rie­si­ge Verluste ein­ge­fah­ren. Viele ande­re Anleger wie auch ich haben die­se 30%-Rally total oder teil­wei­se ver­passt und wol­len jetzt nicht unbe­dingt ein­stei­gen, obwohl vie­le Aktienprofis wie­der ein­mal nur stei­gen­de Aktienkurse pro­gnos­ti­zie­ren.

In den Monaten März und April war von den Aktienprofis nicht viel zu hören, sie erschie­nen erst wie­der, als die Aktienkurse für eine län­ger Zeit gestie­gen waren, damit haben sie ein­mal mehr bestä­tigt, dass ihre Prognosen oft zu spät kom­men.

Es ist übri­gens inter­es­sant sich die Prognosen die­ser Strategen von 2008 für das 2008 noch­mals vor die Augen zu füh­ren, sie­he “Prognosen Profis 2008″. Mit Philipp Bärtschi, Max Cotting, James W. Paulsen usw. sind es wie­der die­sel­ben Protagonisten, die schon vor einem Jahr mit ihren Prognosen völ­lig dane­ben lagen.

Index Punktestand 5.07.2009 Seit Jahresbeginn (YTD) Jahrestief Datum Jahrestief Punkte Seit Jahrestief
S&P 500 896.42 0.65% 6.03.2009 666.79 34.4%
NASDAQ 1796.52 15.85% 9.03.2009 1265.62 41.9%
Dow Jones 8280.74 -4.47% 6.03.2009 6470.11 28%
Dax 30 4708.21 -2.12% 9.03.2009 3588.89 31.2%
SMI 5338.51 -3.54% 9.03.2009 4234.96 26%
SPI 4606.65 0.86% 9.03.2009 3569.83 29%

Wer im ers­ten Halbjahr 2009 einen Verlust von über 8% ein­ge­fah­ren hat­te, soll­te sich vom Investieren an den Börsen ver­ab­schie­den. In einem sol­chen Fall hat er durch sei­ne Spekulationen nur Geld ver­lo­ren, wann will so jemand Geld gewin­nen?

Die aktu­el­len Kurse vom 5.07.2009 zei­gen in den fol­gen­den Prognosen, dass nur weni­ge Aktienprofis am Jahresende bzw. Mitte 2010 einen tie­fe­ren Punktstand als heu­te erwar­ten.

Mai 2009: Swiss Private Banking Guide 2009, “Der Marktanteil der Vermögensverwalter nimmt zu”

Was heisst das für den wei­te­ren Verlauf der Börse?
Antwort von Max Cotting, CEO, Vermögensverwaltungsgruppe Aquila:

Wir gehen von einer W-för­mi­gen Bewegung aus: Nach dem Abschwung 2008 folgt 2009 eine Konsolidierung auf nied­ri­gem Niveau, 2010 könn­ten die Tiefstkurse noch­mals getes­tet wer­den, und ab 2011 geht es dann wie­der auf­wärts.

23.06.2009: Cash, “SMI Ende Jahr bei 6400 Punkten”

Es gibt kei­ne fun­da­men­ta­len Daten, die gegen eine wei­te­re Erholung spre­chen”, sagt Philipp Bärtschi, Anlagestratege bei der Basler Bank Sarasin. In der lau­fen­den Korrektur kön­ne der SMI viel­leicht noch bis auf 5000 Punkte fal­len, doch eine schar­fe Korrektur erwar­tet Bärtschi nicht. Er rät des­halb Investoren, bei einem Indexstand unter 5000 Punkten ein­zu­stei­gen. “Bis Ende Jahr dürf­te der SMI gemäss unse­rem Modell bis auf 6400 Punkte stei­gen”, sagt der Anlageprofi.

29.06.2009: Tagesanzeiger, ” Einsteigen? Zuwarten? Die Börsentipps von vier Experten”

Person/Bank Empfehlung CH Was mei­den SPI Mitte 2010
Bruno Rohner, Leiter Vermögensverwaltung, DC Bank, Bern ABB, Holcim, Syngenta, Nestlé Osteuropa, Iran, Korea, Airline-, Reise-, Autobranche, Banken 5000
Bruno Anderegg, Direktor, La Roche & Co Banquiers, Bern ABB, Holcim, Roche, Nestlé, Burckhardt Compression, Kühne + Nagel Finanzbranche, zykli­schen Konsumgütern und Konsumdienstleistungen 5300
Marc Trösch, Leiter Finanzberatung, Raiffeisenbank Bern Infrastruktur, alter­na­ti­ve Energien Defensive Märkte (Schweiz) und Sektoren 5800
Piero Huwiler, Niederlassungsleiter, Bank Sarasin, Bern Holcim, Kaba, SGS, Nestlé Gesundheit, Telekom, Osteuropa, Forbo, EFG, Swiss Life, Straumann,
Rieter, Vögele
5500

1.07.2009: Handelsblatt, “Aktien: Nicht mehr viel zu holen”

Person/Bank Dax Ende 2009
Carsten Klude, M.M. Warburg 4400
Matthias Jörss, Chef-Aktienstratege, Privatbank 4500–4800
Getrud Traud, Helaba 5800
Andreas Hürkamp, Commerzbank 5500

1.07.2009: Handelszeitung Nr. 27, “Blick auf die zweite Etappe”

  • Alf Roelli, Senior-Finanzanalyst, Pictet: Er rech­net bei Technologiefirmen und Versicherungen mit posi­ti­ven Gewinnüberraschungen.
  • Christian Gattiker, Head Research, Julius Bär: Sieht den han­dels­ori­en­tier­ten Anlagestil im 2. Halbjahr im Vorteil.
  • Sven Bucher, Leiter Equity Research, ZKB: Novartis, Logitech und Vetropack sei­en attrak­tiv bewer­tet.
Bank Aktienmarkt Regional 3 Tops Aktienmarkt Regional  3 Flops Sektoren 3 Tops Sektoren 3 Flops CH-Titel 3 Tops CH-Titel 3 Flops SMI Ende 2009
Auila USA, Japan, Asia Pacific Europa, UK, Osteuropa Biotech, Infrastruktur, Basiskonsumgüter Zyklische Konsumgüter, Versorger, Banken BB Biotech, ZFS, Sulzer Swiss Re, UBS, Swiss Life 5000
Clariden Leu Japan, UK, BRIC-Länder Schweiz, USA, Osteuropa (ohne Russland) Rohstoffe, IT, Kapitalgüter mit Infrastrukturbezug Industrie (ohne Kapitalgüter), Gesundheitswesen, Basiskonsumgüter ABB, Sulzer, Holcim Lindt & Sprüngli, Adecco, Petroplus 5600–5800
Credit Suisse Emerging Markets Europa IT-Industrien, Energie, Kapitalgüter Versicherungen, Banken, Versorger SGS, Nestlé, Roche Nobel Biocare, Petroplus, Charles Vögele 6000 (in 12 Monaten)
Falcon PB Brasilien, Indien, Südosteuropa, Mittlerer Osten Osteuropa, Japan Technologie, Telecom, Gesundheit Finanzwerte, Konsumgüter, Utilities Holcim, Syngenta, ABB, Galenica, Lonza Swatch, UBS, Adecco 6000
Julius Bär Schweiz, Schwellenländer, Asien, Lateinamerika Eurozone, UK Energie, IT, Telecom Kapitalgüter, Versicherer, Konsumzykliker Credit Suisse, Synthes, Logitech Adecco, Straumann, Swiss Life 5600
Picet China, Korea, Singapur Japan, Taiwan Pharma, Biotech, Medtech gewis­se Zykliker Nestlé, Logitech, Sika SGS, Geberit, ABB +/-10%
Vontobel Indien n.a. Ausgewählte zykli­sche Werte. Gewisse Medtech- oder Techtitel Banken, Versicherungen, Defensive Sonova, ABB, Ascom UBS, Swiss Re, Swiss Life 5500–6000
Sarasin Asien, Lateinamerika, Japan Osteuropa, Euroland, UK Industrie, Grund-/Roh­stof­fe, Technologie Gesundheit, Telekom, Zyklische Konsumgüter Credit Suisse, Holcim, Schindler Forbo, Swiss Life, Vögele 6400
Swisscanto Südostasien, Japan, Emerging Markets Kontinentaleuropa, UK, USA Versicherungen, Listed Private Equity, Listed Real Estate Lebensmittel, Versorger, Banken ZFS, Aryzta, Ascom Valiant, Cytos, Nobel Biocare 5700
UBS China, Indien Schweden Energiesektor n.a. Nestlé, ZFS, Barry Callebaut Lindt & Sprüngli, Gurit n.a.
ZKB Emerging Markets Schweiz Energie, Grundsoffsektor, IT-Sektor Finanzsektor, Industrie, nicht-zykli­scher Konsum Novartis, Logitech, Vetropack n.a. 5700

Mein Portfolio

portfolio20090703

Die anteil­mäs­si­ge Zusammensetzung mei­nes Portfolios hat sich nicht sehr stark geän­dert. Es gab eini­ge weni­ge Gewinnmitnahmen bei den Aktien und bei gewis­sen Rohstoff-ETFs. Zurzeit über­stei­gen die Gewinne von 2009 knapp die Verluste von 2008. Zudem habe ich mit dem Verkauf von Obligationen eini­ge Kursgewinne ein­ge­fah­ren, daher hat sich auch der Anteil der Obligationen leicht redu­ziert. Bei gewis­sen Unternehmensanleihen erwar­te ich in den nächs­ten Monaten wie­der Rückschläge, dies wer­de ich für Zukäufe nüt­zen.

Was ich ver­kau­fe bzw. kau­fe, wer­den die Börsenkurse bestim­men, stei­gen die Kurse wer­den gewis­se Gewinnmitnahmen bei den Aktien erfol­gen und bei sin­ken­den Kursen wer­den mei­ne Short-ETFs abge­baut.

Fremdwährungen

waehrungen20090703

Währungspaar Mittelkurs am 3.07.2009
EUR/CHF 1.5178
GBP/CHF 1.7756
USD/CHF 1.086

Mit einem Fremdwährungsanteil von 48% reagiert mein Portfolio sehr stark auf die Geldpolitik der SNB, letzt­mals am 25.06.2009 gab es wie­der so eine SNB-Transaktion — nor­ma­ler­wei­se kor­ri­gie­ren sich sol­che Währungsausschläge inner­halb zwei oder drei Wochen wie­der. Wenn bei­spiel­wei­se der CHF um 2% gegen­über den EUR, GBP, USD abge­wer­tet wird, so ent­steht in mei­nem auf CHF lau­fen­den Portfolio ein Buchgewinn von fast 1%. Der gros­se Anteil von Fremdwährungen ent­stand durch den Kauf des MSCI World ETF, MSCI Emerging Markets, gewis­se Rohstoff ETFs und den Short-ETFs ETFs in EUR, zudem bevor­zu­ge ich Sektor-ETFs vor dem Kauf eines Einzeltitels. Natürlich sind sol­che Sektoren nur im EUR- oder USD-Raum genü­gend gross um als ETF ange­bo­ten zu wer­den.

Meine Prognose

Die Kurse an den Börsen wer­den sehr stark vom US-Handel beein­flusst, daher lei­te ich mei­ne Aussagen mehr­heit­lich auf Grund der US-Wirtschaft und US-Politik ab. Ich hal­te es für sehr opti­mis­tisch schon zu glau­ben die Wirtschaft sei sta­bi­li­siert, nur weil eini­ge Wirtschaftsindikatoren für zwei oder drei Monate nicht mehr nach unten zeig­ten oder gar einen leich­ten Anstieg ver­zeich­ne­ten.

Die Obama-Administration ver­sucht eine posi­ti­ve Konsumstimmung her­bei­zu­füh­ren, sie wol­len unter allen Umständen eine Depression in den USA ver­mei­den. Sie glaubt eine Inflation kon­trol­lie­ren zu kön­nen, aber kei­ne Mittel gegen eine Depression zu haben. Auch orches­trier­te sie die Insolvenzen der bei­den Autokonzerne Chrysler und GM bis­her her­vor­ra­gend. Die Börse beweg­te sich bei bei­den Insolvenzen nach oben, als GM am 1.06.2009 die Insolvenz bean­trag­te, wur­de am sel­ben Tag vom Konkursrichter der Verkauf von Chrysler an Fiat gut­ge­heis­sen. Wie oft haben wir in den letz­ten Monaten die fol­gen­den Phrasen in Zusammenhang mit “green shoots??? gehört:

  • Glimmers of hope” in U.S. eco­no­my
  • Economic con­trac­tion bet­ter than expec­ted
  • Job Losses at 345000, less than fore­cast
  • Bernanke says U.S. reco­very ahead
  • Fed sees signs reces­si­on is easing
  • U.S. eco­no­my near bot­tom
  • U.S. lea­ding eco­no­mic indi­ca­tors may signal reces­si­on will ease

All die­se Sätze lies­sen die Aktienkurse welt­weit stei­gen, unbe­ach­tet der ein­ge­bro­che­nen Unternehmensgewinne. Es gelang sogar eini­gen US-Banken sich pri­vat neu­es Kapital zu besor­gen, was ich noch anfangs Jahr für unmög­lich hielt, wie habe ich mich da geirrt.

Doch das schein­ba­re Perpetuum mobi­le mit dem Staatsanleihenverkauf bzw. -kauf vom US-Staat, an das FED und den Wallstreet-Banken kann nicht auf ewig prak­ti­ziert wer­den. Irgendeinmal wer­den die aus­län­di­schen Investoren nicht mehr bereit sein wei­ter­hin die Verschuldung der USA zu finan­zie­ren. Auch ste­cken die “toxi­schen Wertpapiere??? noch immer in den Bilanzen der US-Banken, die Begeisterung für Geithners Public-Private Investment Program (PPIP) ist völ­lig abhan­den­ge­kom­men.

Einige Gründe, war­um sich die Wirtschaft viel­leicht doch nicht so schell erholt, wie dies die Aktienbörse zur­zeit sug­ge­riert:

  • Ein Wirtschaftsbremser kann das Öl spie­len, sobald der USD an Wert ver­liert oder es bes­ser Konjunkturdaten gibt, wird die­ses mit Spekulationen ver­teu­ert.
  • Um wie­der zu einem soli­den Wirtschaftswachstum zu kom­men, braucht es einen “Wirtschaftsmotor”. Der Konsum auf Pump bzw. auf der Spekulation von stei­gen­den Immobilienpreisen, wie bis zum Jahr 2008 in den USA, England, Spanien, Osteuropa usw. prak­ti­ziert, wird es wahr­schein­lich nicht sein.
  • Nach den Daten der Welthandelsorganisation (WTO) haben 30 ihrer 153 Mitgliedstaaten staat­li­che Konjunkturprogramme auf den Weg gebracht. 19 Länder unter­stüt­zen Banken, die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten gera­ten sind. Im Sog der Weltrezession befürch­tet die WTO einen wei­te­ren Anstieg der Anti-Dumping-Initiativen, der “viel­leicht his­to­ri­sche Dimensionen erreicht”. Zudem besteht die Gefahr, dass die Nationen mit ihrem auf­ge­leg­ten Konjunkturprogrammen eine Bevorzugung “Buy Local” in die Wege lei­ten. Diese Entwicklung ist gera­de für Exportnationen wie Deutschland, Japan, China und Schweiz nicht wirt­schafts­för­dernd.
  • Die Abwrackprämie hal­te ich für eine vor­über­ge­hen­de Stimulierung der Wirtschaft, danach droht im Jahr 2010 der gros­se Kater. Die USA will die­se dümm­li­che Idee einer Abwrackprämie von Deutschland impor­tie­ren, um auch ihre Überkapazitäten der Autoindustrie am Leben zu erhal­ten.

Am 8.07.2009 wird Alcoa Inc. als Erster des Dow Jones Industrial sei­ne 2Q Unternehmenszahlen 2009 bekannt geben. Wahrscheinlich wer­den die Bilanzzahlen sowie die abge­ge­ben Ausblicke der Unternehmen die Aktienkurse für die nächs­ten 2 Monate bestim­men.

Aktienkurse steigen seit dem 9.03.2009

Auch die Bekanntgabe der März US-Jobverluste von 663‘000 am letz­ten Freitag, dem 3.4.2009, konn­te den Anstieg der US-Aktienkurse nicht stop­pen. Im Durchschnitt der 60 letz­ten Jahre erreich­te der S&P 500 sei­nen Boden 9 Monate frü­her als die Arbeitslosenrate ihr Hoch über­schritt.

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Oftmals wird argu­men­tiert, dass der S&P 500 im Durchschnitt 4 Monate vor der Konjunkturerholung sein Tief durch­schrit­ten hat. Wahrscheinlich wür­den die Anleger der post Dotcom-Blase dies nicht frag­los aner­ken­nen, trotz­dem war dies im Durchschnitt der letz­ten 60 Jahre so.

Es gab in der letz­ten Zeit eini­ge wei­ni­ge Indikatoren, die sich sta­bi­li­sier­ten, zusätz­lich gab es Meldungen und Aktivitäten, wel­che die Aktienkurse stie­gen lies­sen, hier­zu eini­ge Beispiele:

Datum Wer Was
10.03.2009 CEO Pandit der Citigroup Internes Memo, dass die zwei ers­ten Monate 2009 die erfolg­reichs­ten
waren, seit dem 3Q 2007.
12.03.2009 JP Morgan Chase und Bank of America Profitable in Januar und Februar
19.03.2009 US-Notenbank (Fed) Ankündigung von Ankauf Staatsanleihen im Volumen von 300 Mrd. bzw.
750 Mrd. in hypo­the­ken­be­si­cher­te Wertschriften.
23.03.2009 US-Wirtschafts- und Finanzminister, Timothy Geithner Details zum Ankauf “toxi­scher Wertpapiere”

Es ent­steht das Gefühl, dass seit anfangs März die Weltwirtschaft auf Erholungskurs sei. Wahrscheinlich ist die­se Anhäufung von eher posi­ti­ven bzw. posi­tiv bewer­te­ten Ereignissen nicht nur zufäl­lig. Die Obama-Administration will die Verschlechterung der Konsumentenstimmung mög­lichst ver­mei­den, sie sehen die Gefahr einer Depression und ver­su­chen daher den Konsum zu sti­mu­lie­ren. Indessen fürch­ten eini­ge euro­päi­sche Länder wie Deutschland die Hyperinflation. Wie sind wir doch geprägt von unse­rer Vergangenheit…

Bisherige Bärenmarktrallys

Vom 10.3.2008 bis 19.05.2008 hat­ten wir die ers­te Bärenmarktrally, wobei die Definition was ein Bärenmarkt ist, wohl unter­schied­lich aus­fal­len wür­den. Der S&P 500 ver­lor 56.8% seit sei­nem Hoch vom 9.10.2007 bis zu sei­nem bis­he­ri­gen Tief vom 9.03.2009.

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Prognosen der Aktienprofis

16.–29.1.2009 (2/2009) stocks „2009 wird ein Jahr für Aktien-Trader“

Matthias P. Wirz: Ich rech­ne auch mit einem vola­ti­len Börsenjahr. Für eine nach­hal­ti­ge Erholung müs­sen erst ein­mal die vor­lau­fen­den Konjunkturindikatoren wie der ame­ri­ka­ni­sche ISM-Einkaufsmanager nach oben dre­hen; das könn­te Mitte Jahr der Fall sein. Ich rech­ne somit ab dem zwei­ten Semester mit einer all­mäh­li­chen Beruhigung der Börse, sodass der SMI Ende Jahr 6500 bis 7000 Punkte errei­chen wird.

Roger M. Kunz, Clariden Leu: Für uns ist 2009 schlecht­hin das Jahr der Unternehmensanleihen, denn ihre tie­fen Kurse impli­zie­ren Ausfallraten wie in der gros­sen Depression der Dreissigerjahre. Nach 2008 lau­tet unter Motto für 2009: Geduld und Bescheidenheit. Es wird näm­lich an der Börse nicht so schnell wie­der auf­wärts­ge­hen wie 2003; anders als damals haben heu­te erst weni­ge Anleger „kapi­tu­liert“ und sich vom Aktienmark abge­wandt. Das wäre aber eine Voraussetzung für eine hef­ti­ge Trendwende nach oben.

13.–26.2.2009 (4/2009) stocks „Aktien fallen um weitere zehn bis 20 Prozent“

Gemäss Robert J. Shiller besteht auf Grund des zehn­jäh­ri­gen Durchschnittsgewinns immer noch ein Rückschlagspotenzial von 10 bis 20%.
Anmerkung: Seine Prognose wur­de spä­tes­tens am 9.3.2009 bestä­tigt. Aktuell ist aber seit der letz­ten Aktienrally ist der Kurs des S&P 500 wie­der auf dem Niveau als Herr Shiller sein Interview gab.

15.03.2009: Sonntagszeitung „Zweifel an der Trendwende bleiben“

Manche Analysten pro­gnos­ti­zie­ren zwar bis Jahresende eine deut­li­che Erholung, doch eini­ge bli­cken wei­ter­hin mit gros­ser Skepsis in die kom­men­den Wochen.

Pictet und Clariden Leu: Die Strategen hal­ten im Jahresverlauf ein wei­te­res Einknicken der Aktienmärkte und damit sogar ein Abrutschen unter die 4000-Punkte-Marke für mög­lich.

Pictet: Trotz erwar­te­tem Rückschlag pro­phe­zeit Pictet ein Sommerhoch: Bis zum Sommer kön­ne der SMI auf 6000 Punkte stei­gen, dürf­te jedoch bis Ende Jahr wie­der auf 5500 Zähler sin­ken.

sz15032009

Der unbrauchbare Börsenbarometer des Anlegermagazin stocks

Ich weiss nicht war­um, stocks immer noch die­sem ori­en­tie­rungs­lo­sen Börsenbarometer einen Platz in sei­nem Magazin ein­räumt. Wenn er seit Jahresbeginn eine Hausse anzeigt, dann geht es erst rich­tig run­ter an der Börse. Wenn er auf neu­tral steht, was seit dem 13.2.2008 der Fall ist, so geht es run­ter und oder wir erle­ben eine Aktienrally.

31.12.2008 — 12.02.2009 13.02.2009 — 8.04.2009
20090101_20090212 20090213_20090408

Mein Ausblick und Portfolio

Ich habe im März eini­ge Long-Positionen auf­ge­stockt und die­se in den letz­ten 10 Tagen wie­der abge­stos­sen, zudem habe ich auch eini­ge Positionen ver­kauft, die ich schon im Februar hat­te. Mein Portfolio YTD Rendite ist fast 3%, d.h. es fehlt mir noch etwas mehr wie 1%, um mei­ne Verluste von 2008 ver­ges­sen zu machen. Ich habe in den let­zen Tagen mei­ne Short-Positionen beträcht­lich aus­ge­baut. Zurzeit glau­be ich nicht an einen Bullenmarkt, viel­mehr sehe ich die Aktienkurse mit der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse und den Ausblick der Unternehmen für die kom­men­den Quartale sin­ken. Wenn aber die Marktreaktion auf die ers­ten US-Unternehmens Ergebnisse nicht nega­tiv aus­fällt, wer­de ich sofort mei­ne Short-Positionen abstos­sen. Übrigens bin ich zur­zeit mehr­heit­lich Short auf Europa und habe eine Übergewichtung von Long auf USA, Japan und Schweiz. Wobei dies mehr im Zusammenhang mit mei­nen Fremdwährungen steht und nicht als das Resultat einer durch­dach­ten Strategie betrach­tet wer­den darf. Die Assetklasse Commodities wer­de ich bei guter Gelegenheit wei­ter aus­bau­en, zudem wer­den bei even­tu­el­len Aktienzukäufen die Schwellenländer über­ge­wich­tet. Mein Portfolio hat nur zir­ka 3.5% mehr Aktien Long- als Short-Positionen, daher muss ich mich in den nächs­ten Tagen für mehr Long bzw. Short ent­schei­den. Es wür­de mir aber schwer­fal­len mei­ne Short-Positionen mit Verlusten zu ver­kau­fen, bis­her ken­ne ich auf Shortpositionen nur Gewinn…
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Der S&P 500 durch­brach das Tief 741.02 vom 21.11.2008. Damit hat der S&P 500 den tiefs­ten Stand seit 18.12.1996. Der S&P 500 ver­lor 11% im Februar, das ist der zweit schlech­tes­te Februar – über­trof­fen nur im Jahre 1933 mit einem Minus von 18.4%.

Prognosen

Entgegen der Vorhersagen vie­ler Analysten wur­den die Novembertiefs 2008 bei den wich­tigs­ten Aktien-Indizies ende Februar noch­mals unter­schrit­ten. Zurzeit herrscht bei den meis­ten Aktienmarktexperten bezüg­lich Prognosen Zurückhaltung. Wahrscheinlich wol­len sie sich nicht län­ger lächer­lich machen mit ihren fal­schen Vorhersagen. Trotzdem gibt es Analysten, wel­che ihre frü­her gemach­ten Prognosen für das 2009 schon nach unten kor­ri­gie­ren.

Goldman Sachs Group Inc. und UBS AG Analysten haben ihre Prognosen des S&P 500 auf Grund der gefal­le­nen Unternehmensgewinne für das Jahr 2008 nach unten ange­passt. David Kostin von Goldman Sachs redu­zier­te sei­ne Prognose von 1100 auf 940 und schliesst einen vor­über­ge­hen­den Tiefstand von 650 in die­sem Jahr nicht aus. David Bianco, UBS redu­zier­te von 1300 auf 1100.

Der S&P 500 wies am 26.2.2008 ein KGV von 12.8 über den Zeitraum von 10 Jahren aus. Gemäss dem Robert Shiller, Yale Universitätsprofessor und Buchautor von “Irrational Exuberance, ist dies das güns­tigs­te KGV sein dem Februar 2008. Der Durchschnitt über 10 Jahre lässt ver­mu­ten, dass die Aktien zur­zeit güns­tig sei­en. Ob dies so ist, wer­den uns die nächs­ten 10 Jahre zei­gen.

Mein Portfolio

Nach den ers­ten zwei Monaten des 2009 ist Rendite mei­nes Portfolios nur knapp im Plus. Kurzeitig war ich 3% im Plus. Dank dem gestie­ge­nen Goldpreis sowie dem teue­ren USD gegen­über dem CHF und den Verkauf der Short ETF auf EURO STOXX 50 bzw. DAX habe ich mir kei­ne wei­te­ren Verluste hin­ein­ge­zo­gen. Zurzeit ste­he ich mei­ner Aktienquote von ~24% ein biss­chen skep­tisch gegen­über. In den nächs­ten Tagen wer­de ich viel­leicht wie­der in einen oder meh­re­re Short-ETFs inves­tie­ren. Zurzeit sehe ich kei­nen Grund, war­um die Aktienkurse für einen län­ge­ren Zeitraum stei­gen soll­ten, auch eine kur­ze Bärenmarktrally hal­te ich für wenig wahr­schein­lich. Es gibt kaum posi­ti­ve Meldungen zur Finanzkrise und auch die welt­wei­te Konjunktur scheint noch weit weg von ihrem Tiefpunkt zu sein.

Der MSCI World Index stand am 27.02.2009 auf 750.863, d.h. er hat über 55% gegen­über sei­nem Hoch im 2007 mit 1682.351 ver­lo­ren. Auf Grund mei­ner Strategie müss­te ich bei einem Punktestand weni­ger als 670 mei­ne Aktienposition wei­ter aus­bau­en, ob ich dies mache, weiss ich noch nicht…

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In den letz­ten 80 Jahren, san­ken die Kurse an der Schweizer Börse nur 2-mal in zwei auf­ein­an­der fol­gen­den Jahren über 20%, dies geschah 1973/1974 sowie 2001/2002. Einige Börsenprofis üben sich nun nach zwei Jahren Fehlprognosen in Zurückhaltung. Obwohl die Aktienmarktexperten im 2007 und erst recht im 2008 rich­tig­ge­hend dane­ben pro­gnos­ti­ziert haben, ver­su­chen sie es für das 2009 erneut. Die meis­ten Experten sagen auch für das Jahr 2009 stei­gen­de Aktienkurse vor­aus.

Prognosen der Profis

Umfrage von Bloomberg bei den Marktstrategen für den S&P 500
In den USA ist David Bianco der UBS sehr bullish, in der Umfrage von Cash dai­ly, sie­he unten, woll­te die UBS zum S&P 500 kei­ne Angabe machen, bei der Handelszeitung sehen sie sogar fal­len­de Kurse für die USA. Damit haben sie jede Kursrichtung pro­gnos­ti­ziert und kön­nen in einem Jahr sagen, dass haben wir vor einem Jahr auch so gese­hen. Scheinbar ist es für die UBS nicht mög­lich welt­weit mit einer Stimme zu spre­chen — wer will sein Vermögen einem sol­chen Institut anver­trau­en?

Schön zu sehen, wie sich die­se Herren für 2008 ver­schätzt hat­ten.
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23.12.2008: Handelszeitung Nr. 52, “Die defen­si­ven Titel gel­ten als Favoriten”
Für die Schweizer Aktienmarktexperten ist der Indexspielraum 2009 eng abge­steckt. Die Schätzungen für den SMI zum Jahresende schwan­ken zwi­schen 5500 und 6700 Punkten. Bevorzugt wer­den die gross kapi­ta­li­sier­ten Aktien aus den defen­si­ven Sektoren.

Person Finanzinstitut SMI Jahresende SPI Jahresende SMI-Favoriten Schätzung SPI 2008 /
Abweichung (Stand 30.12.2008: 4568)
Roger M. Kunz Clariden Leu 6500 5500 Swisscom, Novartis, Roche, Nestlé 8200/  ~-44%
Christian Gattiker-Ericsson Julius Bär 6300 5300 ABB, Syngentoa,Synthes 8100 / ~-44%
Alf Roelli Pictet & Cie 5500 Nestlé, Roche, Novartis, UBS, CS, Zurich Financial, Swatch 7500 / ~-39%
Panagiotis Spiliopoulos Vontobel Research 6700 5700 UBS, Holcim, Syngenta Schätzung damals durch
Thomas Steinemann (5–9%) ~-35%
Sven Bucher ZKB 5300 Auf SLI set­zen. Aber inter­es­sant: Geberit, ABB, Holcim 7600 / ~-40%

Ich habe zusätz­lich noch die Spalte “Schätzung SPI 2008” hin­zu­ge­fügt, dar­aus ist ersicht­lich, wie sich die Herren für das Börsenjahr 2008 ver­schätzt haben.

29.12.2008: Cash dai­ly, “Europäische Aktien sind äus­serst güns­tig bewer­tet”
Der DJ Euro Stoxx 50 hat im 2008 rund 44% ver­lo­ren. Den gros­sen Volkswirtschaften droht 2009 die schwers­te Rezession der Nachkriegszeit, die Aussichten vor allem für die Realwirtschaft sind äus­serst unsi­cher. Gemäss Clariden Leu prä­sen­tiert sich die Lage in Grossbritannien, Deutschland und Spanien beson­ders schlecht.

Finanzinstitut Euro Stoxx 50 Empfehlungen für Top-Sektoren  Aktien
Pictet 2500 Einergie, Konsum, phar­ma / ENI, Roche, Tesco
Schroders 2600 k.A.
Julius Bär 2700 Gesundheit, Konsum, (nicht zykl) / Danone, Novo, Nordisk, France
Téléc.
Sal. Oppenheim 2750 Alt. Energie, Telekom, Versicherer / Deutsche Telekom, Q-Cells, ZFS
Sarasin 2900 Energie, Telekom, Versicherer / France Télécom, Munich Re, Total
Clariden Leu 3000 Pharma, Telekom, Versorger / Deutsche Telekom, ENI, E.ON
UBS k.A. Basiskonsum, Gesundheit, Telekom / Bayer, France Télécom, San.
Aventis

29.12.2008: Cash dai­ly, “US-Börse erholt sich nicht vor Herbst”
2009 wird vor­erst wei­ter­ge­hen wie bis­her – hohe Volatilität inklu­si­ve. Die Mehrzahl der befrag­ten Analysten glaubt, dass die Erholung frü­hes­tens im zwei­ten Halbjahr ein­set­zen wird. “Die USA gerie­ten als Erste in die Krise, haben als ers­te Massnahmen ergrif­fen und wer­den als Erste aus der Krise fin­den???, erklärt Willy Hautle, Chefökonom der Zürcher Kantonalbank. Mit der Erholung wird die Nachfrage nach Öl und damit der Ölpreis stei­gen. Das dürf­te dem Energiesektor Auftrieb ver­lei­hen. Nach Einschätzung von Julius Bär wur­de die­ser Sektor im Jahr 2008 zu stark abge­straft und weist daher Aufwärtspotenzial auf. Weiniger opti­mis­tisch zeigt sich für 2009 die Privatbank Pictet. “Mit einer lang anhal­ten­den Erholung rech­nen wir erst 2010″, sagt Alf Roelli, Leiter Finanzanalyse.

Finanzinstitut S&P 500 Ende 2009
Sarasin 1100
Clariden Leu 1050
Julius Bär 1000
Schroders 950
Pictet 800
UBS k.A.

30.12.2008: Cash dai­ly, “Bei Bonds lie­gen Anleger in neu­en Jahr rich­tig”
Staatsanleihen dürf­ten auch im kom­men­den Jahr das “Flüchtlingslager des Kapitals??? blei­ben. Obwohl die Papiere sehr guter Schuldner wie Grossbritannien, Deutschland oder den USA auf Grund hoher Kursgewinne in den ver­gan­ge­nen Monaten der­zeit wenig Rendite abwer­fen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Fast eben­so hart abge­straft wie Aktien wur­den Unternehmensanleihen im Jahre 2008. UBS hält die Korrektur für über­trie­ben. Anlagechef Alexander Kobler rech­net damit, dass Unternehmensanleihen 2009 über­durch­schnitt­li­che Erträge abwer­fen. “Anleihen sind für uns die attrak­tivs­te Anlageklasse???.

Bank Staatsanleihen Anleihen (höchs­te Bonität) High Yield
Clariden Leu
Julius Bär
Picet
Sarasin
Schroders
UBS


31.12.08–15.1.09: stocks, Seite 7, “Grosser Teil ist im Kursen eskom­piert”

Panagiotis Spiliopoulous, Head of Research, Vontobel: Wir sehen per Ende 2009 den SMI bei 6700 und den SPI bei 5700 Punkten. Für 2010 rech­nen wir mit Ständen von 7700 und 6600 Zählern.

7.–13. Januar 2009: Handelszeitung Nr. 1/2, “Mit Gold und Öl ins neue Jahr”

Finanzinstitut Öl Gold Industriemetalle Agrarwirtschaftliche Materialien
UBS
CS
Julius Bär
Sarasin

7.–13. Januar 2009: Handelszeitung Nr. 1/2, “Die Märkte hof­fen auf Rückenwind”

Finanzinstitut Schweiz Empfehlung Einzeltitel EU-Zone USA Emerging Market
UBS Nestlé
Roche
ZFS
CS Nestlé
Synthes
Swisscom
Asien ↑
Südamerika →
Osteuropa ↓
Julius Bär Syngenta
Synthes
ZFS
Sarasin Barry Callebaut
Roche
Schindler
Vontobel Holcim
Syngenta
Romande Energie

Meine Prognose

Ich wage kei­ne Prognose, ich set­ze mich aber mit einem der mög­li­chen Worst-Case-Szenarios aus­ein­an­der, auch wenn Eintrittswahrscheinlichkeit sehr gering ist, aber wer hät­te vor einem Jahr gedacht, dass die Schweiz ein­mal die UBS vor der Pleite ret­ten muss?

Die zwei Schweizer Bankenmonster

Ich fin­de es scha­de, dass sich die UBS nicht von einer Bank wie der HSBC über­nom­men wur­de, dies wäre mit Abstand die bes­te Lösung für die klei­ne Schweiz und die UBS gewe­sen. Ich glau­be die Marke UBS und damit der Schweizer Finanzplatz hat sehr viel Vertrauen im Ausland ver­lo­ren. Wenn ich ein rei­cher Südamerikaner wäre und mei­ne Gelder aus kor­rup­ten Geschäften ver­ste­cken müss­te, wür­de ich das Geld in den asia­ti­schen Raum brin­gen. Falls die Finanzkrise sich aus­wei­tet, wird es für die bei­den Schweizer Grossbanken sehr schwie­rig. Ein Konkurs einer der bei­den Grossbanken wür­de das defi­ni­ti­ve Ende des Finanzplatzes Schweiz bedeu­ten. Damit wür­de die Schweiz die glei­che Route wie Island beschrei­ten, aller­dings wird Island von der EU gehol­fen der Schweiz wür­de nie­mand hel­fen, sicher auch nicht die USA, wo sich die bei­den Banken ver­spe­ku­liert haben. Daher sehe ich den in den letz­ten Wochen erstark­ten CHF als eine mög­li­che zukünf­ti­ge Verliererwährung.

Von den Schweizer Politikern kann man defi­ni­tiv nichts Kluges erwar­ten, sich haben sich zusam­men mit den bei­den Grossbanken schon im Swissair-Debakel als unfä­hig erwie­sen. Mit der Rettung der UBS durch die Nationalbank und des Bundes spielt die Schweiz mit dem Feuer, sie ist viel zu klein für ihr über­di­men­sio­nier­tes Banksystem, sie­he Grafik der New York Times.


Quelle: SRF, Rundschau vom 17.12.2008 — Stuhl: Doris Leuthard

Die Wirtschaftsministerin Leuthard spricht beim Stabilisierungsprogramm für die UBS von einer Wandelanleihe und einem Kredit. In Wirklichkeit han­delt sich um eine Pflichtwandelanleihe und damit trägt der Bund ein Aktienrisiko, somit ist es auch kein Kredit, viel­mehr ist es eine spe­ku­la­ti­ve Investition. Ein wei­te­rer Beweis für die Inkompetenz unse­res Bundesrates, es ist tra­gisch zu sehen, dass sol­che unfä­hi­ge Filzpolitiker mit dem Schicksal der Schweiz spie­len.

US-Immobilienmarkt

Aus dem US-Immobilienmarkt kom­men noch immer schlech­te Zahlen, sie­he S&P Case Shiller und Verbrauchervertrauen mit neu­en Tiefs, dies wird sich wei­ter­hin nega­tiv auf den US-Konsum aus­wir­ken.

Ich glau­be die meis­ten west­li­chen Grossbanken sind kli­nisch tot und der Wirtschaft nicht mehr nütz­lich — sie kos­ten den Steuerzahler nur noch viel Geld. Es könn­te in der nahen Zukunft in eini­gen west­li­chen Ländern auch zu sozia­len Unruhen kom­men, schliess­lich wur­de die arbei­ten­de Bevölkerung von der Wirtschaftselite und deren Filzpolitiker über das letz­te Jahrzehnt hin­weg belo­gen und betro­gen.

Vielleicht sehe ich die Zukunft durch mei­ne “Bärenbrille??? zu Schwarz?